
Mit dem Start des Wintersemesters im Oktober hat für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des STUDIENKOMPASS ein neuer Lebensabschnitt angefangen: Sie haben ihr Traumstudium begonnen und gehören damit nun zu den rund 2 Millionen Studierenden in Deutschland. Seit wenigen Wochen sitzen sie in Hörsälen, bereiten Referate und Hausarbeiten vor und manövrieren zwischen Nebenjob, Lernstress und WG-Leben. Wie sich die vielen Facetten des Studierendenalltags unter einen Hut bringen lassen, war für die Kölner und Hamburger STUDIENKOMPASS-Stipendiaten kürzlich Thema des Workshops „Studienmanager“.
„Wir bieten den Workshop einige Wochen nach Semesterbeginn an, weil der Einstieg ins Studium für jeden Erstsemestler mit einschneidenden Veränderungen verbunden ist“, sagt Dr. Ulrich Hinz, der Leiter des STUDIENKOMPASS. „Das fängt schon bei ganz praktischen Dingen an: Viele ziehen aus dem Elternhaus aus, häufig sogar in eine andere Stadt. Jeder Studierende muss zudem einen Weg finden, sein Studium zu finanzieren. Für viele bedeutet das, BAföG zu beantragen oder sich um ein Stipendium zu kümmern und daneben auch die Aufgaben an der Uni zu meistern.“

An der Hochschule selbst müssen sich die „Neulinge“ ebenfalls umstellen: Die Vor- und Nachbereitung von Vorlesungen und Seminaren setzt deutlich mehr Eigeninitiative und Selbstdisziplin voraus als der Schulunterricht. Zwischen allen Verpflichtungen soll zudem auch noch Zeit bleiben, um Auslandsaufenthalte oder Praktika zu planen. Im Workshop „Studienmanager“ wird den STUDIENKOMPASS-Teilnehmern Hilfestellung gegeben, diese vielen neuen Aufgaben und Veränderungen zu bewältigen.
Daniel Christ, seit Oktober Student der Allgemeinen Ingenieurswissenschaften an der TU Hamburg-Harburg, fiel der Einstieg in das Studierendenleben nicht leicht: „Ich denke zwar, dass ich durch die Teilnahme am STUDIENKOMPASS gut darauf vorbereitet war, was mich an der Uni erwartet. Dennoch gab es einige Dinge, mit denen ich erst einmal klar kommen musste“, betont Daniel. „Ich muss nebenbei arbeiten und hatte schnell das Gefühl, zwischen Arbeit und Uni überhaupt keine Zeit mehr für mich zu haben. Der Studienmanager kam deshalb gerade richtig: In dem Workshop habe ich viele Tipps erhalten, wie ich mich und meinen Alltag besser organisieren kann.“

Ähnliche Erkenntnisse nimmt auch Ruslan Goryanyy vom „Studienmanager“ mit. Er studiert seit wenigen Wochen Wirtschaftsingenieurwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. „Am Anfang habe ich mir unzählige Vorlesungen und Übungen auf den Stundenplan geschrieben, weil alles so interessant klang“, erzählt Ruslan. „Als ich dann gemerkt habe, dass ich das gar nicht alles schaffen kann, war ich ein wenig ratlos. Die Inhalte des Workshops haben mir jetzt verdeutlicht, wie ich mein Studium auch inhaltlich besser strukturieren kann.“
Das positive Feedback der neuen Studierenden ist für Programmleiter Dr. Hinz eine weitere Bestätigung für die Herangehensweise des STUDIENKOMPASS, seine Teilnehmer auch noch in den ersten beiden Semestern an der Hochschule intensiv zu begleiten. „In zahlreichen Veranstaltungen wie dieser spiegeln unsere Teilnehmer uns zurück, wie sehr eine Unterstützung in der Anfangszeit an der Uni notwendig ist. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir mit unserer Form der Förderung auch dazu beitragen, die Studienabbrecherquote in Deutschland zu senken.“