
Berlin ist das politische Zentrum des Landes. In der größten Stadt Deutschlands machen nicht nur der Bundestag, die großen Parteien und die Kanzlerin Politik. Auch zahlreiche Unternehmen, Verbände und Interessensvertretungen haben hier ihren Sitz oder zumindest ein Hauptstadtbüro und stehen in regelmäßigem Austausch mit den politischen Entscheidungsträgern. Kurz gesagt: Berlin atmet Politik. Kein Wunder also, dass der Politikbetrieb Berlins auch für viele STUDIENKOMPASS-Teilnehmer ein interessantes Berufsfeld darstellt. Um das Arbeitsumfeld eines Politikers näher zu erkunden, besuchten 25 Schülerinnen und Schüler jetzt das Berliner Abgeordnetenhaus.
Dort trafen sie mit dem Abgeordneten Mirco Dragowski zusammen. Er sitzt seit 2006 für die Berliner FDP im Parlament der Hauptstadt und fungiert dort als Sprecher seiner Partei für die Bereiche Europa, Wissenschaft und Forschung sowie Tierschutz. Nach einer persönlichen Führung durch das Abgeordnetenhaus konnten die STUDIENKOMPASS-Teilnehmer eine Plenarsitzung live von der Zuschauertribüne aus verfolgen und dabei der Geburtsstunde des Berliner Integrationsgesetzes beiwohnen. Anschließend informierten sie sich in einer Fragerunde mit Mirco Dragowski über das Berufsleben eines Politikers. Schnell wurde deutlich: Einen einzig wahren Weg in die Politik gibt es nicht.
„Mich hat es sehr beeindruckt, welche Anforderungen ein Politiker in seiner Arbeit so alles erfüllen muss“, erklärt Esra Yaman vom Eckener-Gymnasium. „Für mich ist es schon interessant, eines Tages in die Politik zu gehen. Aber nichtsdestotrotz möchte ich mir auch andere Berufsoptionen offen halten. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, erst einmal Jura zu studieren und dann zu sehen, ob es mich noch immer in die Politik zieht.“
Kevin Spur vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Eberswalde nimmt ebenfalls viel Neues aus dem Treffen mit Mirco Dragowski mit. Kevin engagiert sich bereits für die FDP, ist unter anderem Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Barnim, und überlegt, später VWL zu studieren. „Mir ist klar geworden, dass politisches Engagement der wichtigste Baustein für eine demokratische Bürgergesellschaft ist. Ich muss nicht unbedingt Politik studieren, sondern kann ebenfalls einen Studiengang wählen, der meinen anderen Interessen entspricht. Denn solange ich mich engagiere, kann ich auch mit einem Studium wie der VWL politisch mitbestimmen.“
In der Fragerunde mit Mirco Dragowski ging es den Schülern jedoch nicht nur um den Zugang in die Berufspolitik. Zugleich nutzten sie die Gelegenheit, um mit dem Abgeordneten einige ganz konkrete politische Fragen zu diskutieren. Neben dem Thema der Plenarsitzung, der Integrationspolitik, ging es dabei vor allem um den Atomausstieg und den Tierschutz. Den angeregten Meinungsaustausch will die Gruppe nun in einer weiteren Veranstaltung fortsetzen, in der die Schüler mit Politikern zu Fragen der Integrationspolitik diskutieren möchten.
Mirco Dragowski freute sich über den Besuch des STUDIENKOMPASS im Abgeordnetenhaus. „Ich begrüße es sehr, dass die Teilnehmer des Förderprogramms ihre Zukunftsplanung aktiv in die eigenen Hände nehmen und sich selbst einen Eindruck von für sie interessanten Arbeitsumfeldern verschaffen. Der STUDIENKOMPASS gibt dafür einen Rahmen vor und schafft somit tolle Angebote für seine Teilnehmer, die sicher für alle angehenden Abiturienten sinnvoll wären. Das Programm zeigt, dass die Studien- und Berufsorientierung an Schulen noch weiter ausgebaut werden und möglichst früh ansetzen muss. Insbesondere die Chancen, die ein Studium für den individuellen Lebensweg eröffnet, müssen Schülern noch deutlicher vermittelt werden.“