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Ein Wochenende an der Komischen Oper Berlin

Die Teilnehmenden des opernKompass 2022.

In Kooperation mit der Deutsche Bank Stiftung veranstaltet der Studienkompass seit 2015 jährlich den opernKompass. Er bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, Abläufe eines Kulturbetriebes kennenzulernen und neue Berufsfelder zu erkunden. In diesem Jahr kamen 19 Teilnehmende aus ganz Deutschland nach Berlin, um hinter die Kulissen der Komischen Oper zu blicken. Im Folgenden berichten Kira und Sarah von ihren Eindrücken.

Freitag

Seit 2015 werden jedes Jahr Teilnehmende des Studienkompass aus ganz Deutschland für einen sehr besonderen Workshop ausgewählt: Den opernKompass. Dieses Jahr waren wir 19 Stipendiaten und Stipendiatinnen für zwei Tage in Berlin und durften hinter die Kulissen der Komischen Oper Berlin schauen. Was wir gelernt haben? Sehr, sehr viel, aber kurzgefasst haben wir das hier gemacht:

„Schließe deine Augen und lasse die Musik dich befreien.“ ~Das Phantom der Oper

Am Freitag den 13., den viele als Unglückstag bezeichnen, sind wir nach Berlin gekommen. Natürlich mit einigen Schwierigkeiten, wie Verspätung oder Verlegung oder Kabelbrände, aber das war es definitiv wert. Wir kommen also endlich das erste Mal in der Oper an und es fühlte sich wie ein kleines Labyrinth an. Wir wurden von Anisha Bondy durch den Hintereingang hin zur Probebühne geführt und es ging mal ab, dann wieder auf, mal links mal rechts herum … es war ein sehr verwirrender Weg. Bei der Probebühne angekommen wurde erstmal eine Testparty gemacht, daraufhin haben wir uns alle vorgestellt. Anisha Bondy ist die Spielleiterin der Komischen Oper Berlin und hat uns die ganze Zeit begleitet. Nicht jeder von uns hat eine Verbindung zur Oper, es waren sogar die wenigsten von uns vorher schonmal in einer Vorstellung, doch unsere Beziehung zu Musik und Tanz stach bei allen hervor.

 Teilnehmerinnen bei der Kostümprobe

Danach kommt natürlich die Hausführung, erste Station: Foyer. Die Wände und Verzierungen sind überwältigend schön, beeindruckend gut erhalten und ihre Geschichte genauso. Das Haus und seine Geschichte wurden uns von Sarah Görlitz vorgestellt, die uns durch das Foyer zum Saal und weiter hinter die Bühne gebracht hat. Dort haben wir die Vorbereitungen für die Vorstellung des Abends hautnah mitbekommen. "Die Zauberflöte" von Mozart ist sehr bekannt und wir haben Monostatos persönlich gesehen und durften sogar kurz die untere Drehtür der Bühne für einen besonderen Moment beschlagnahmen. Spätestens jetzt war uns klar, es sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch unheimlich aufwendig und atemberaubend selbst zu erleben. Der kurze Besuch in der Maske hat uns genau das wieder bewiesen oder macht ihr Perücken für jeden Schauspieler per Hand? Ungeplant, aber nicht weniger begeisterd durften wir uns den zweiten Teil der Zauberflöte auch noch ansehen. Definitiv das Highlight des Abends, auch mit Bahnhofsoutfit.

 

Samstag

Nach dem großartigen Auftakt am Freitag in den opernKompass, ging es für die diesjährigen Teilnehmenden am Samstag mit einem spannenden Programm weiter. Nach einem leckeren teilweise gesunden, teilweise sehr pancakereichem Frühstück ging es zurück in die Oper. Begonnen hat der Tag mit einer interessanten Einführung in das Stück „Ball im Savoy“ mit vielen faszinierenden musikgeschichtlichen Hintergründen, die später am Abend im Stück umso mehr Sinn gemacht haben und die man wahrscheinlich sonst nicht bemerkt hätte. Der nächste Punkt im Programm war ein Tanzworkshop, welcher von manchen Teilnehmenden zuerst kritisch betrachtet wurde, die allerdings vom Gegenteil überzeugt wurden. Egal ob Tanzfan oder nicht, Tara Randell, die Leiterin des Workshops und wundervolle Tänzerin des Stückes, leitete den Workshop mit ansteckender Begeisterung, sodass fast alle motiviert mittanzten. So schön sind wir noch nie am Abend bummeln gewesen ;)

Die Teilnehmenden des opernKompass 2022 bei der Tanzübung.

Nach diesem schweißtreibenden Workout gab es das Mittagessen im Casino der Oper und fürs Erste traten wir unseren Heimweg an. Jeder sollte nochmal Kraft schöpfen, obwohl das Motto ja eigentlich: hier wird nicht geschlafen wir sind in Berlin! war, vor diesem aufregenden Abend und den verabredeten Catwalk auf dem Flur. So trafen sich die Teilnehmenden erholt, aufgeregt und am Abend natürlich doppelt so schön um 16 Uhr wieder. Vor der Aufführung hatten wir die Chance einen Einblick in die Tontechnik zu bekommen und erlebten live die Mikrofontests mit. Es war sehr interessant zu sehen, welche Rolle ein Tontechniker in einer Oper und in einer Operette hat und worin die Unterschiede bestehen. Zuletzt besuchten wir noch eine der langjährigen Inspizientinnen und Seele des Opernhauses Sabine Franz, die uns von ihren Erfahrungen berichtete und auch von der enormen Verantwortung, die man in diesem Job zu tragen hat.

Die Teilnehmenden des opernKompass 2022.

Dann ging auch langsam schon das Stück los. Vielleicht spreche ich nur für mich, aber es war ganz anders als ich es erwartet hatte in der Oper. Die Operette war wirklich schön und unerwartet. Als jemand der noch nie wirklich in der Oper war, war ich begeistert vom Humor des Stückes und dem Gesang, der Musik, der Darstellung und dem Bühnenbild das einen sofort in die Geschichte aufnahm. Es war unglaublich, wie sich die Bühnenbilder wechselten und andere Atmosphären gestalteten und die genialen, teilweise skandalösen, Kostüme zu bewundern. Als Zuschauer hat man sich so involviert, so Teil des Stückes gefühlt, dass man teilweise vergessen hat, dass man nur im Publikum sitzt. So verließen die meisten das Stück teilweise leicht erschöpft vom langen Tag, aber mit strahlenden Augen. Doch damit war der Abend noch nicht vorbei. Als Krönung dieses ohnehin schon so schönen Tages durften wir im Casino der Oper nochmal mit zwei Hauptdarstellern des Stückes – Katherine Mehrling und Helmut Baumann - reden, die uns etwas über ihre Karriere als Darsteller und ihren Lebensweg erzählten und uns besonders Erfahrungswerte ans Herz legten wie, dass wir uns von Berufen und Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens machen, leiten lassen sollen und wenn man etwas mit Leidenschaft, Hingabe und Fleiß macht, man damit alles erreichen kann was man möchte. Mit diesen Worten und einem Gespräch rundeten wir den Abend schön ab und gingen dann alle relativ erschöpft zurück zum Hostel.

Die Teilnehmenden des opernKompass 2022.

 

Sonntag

Schlussendlich wird alles okay sein. Wenn es nicht okay ist, ist es nicht das Ende.“ ~unbekannt

Mit gepackten Koffern ging es jetzt auch schon wieder raus aus dem Hostel zum Abschluss unseres einzigartigen Workshops. Wir gingen den mittlerweile bekannten Weg durch das Opernhaus-Labyrinth zur Probebühne und suchten gemeinsam nach Wegen und bestehenden Problemen zwischen Jugend und der Oper. Mit viel Spaß und Tatendrang kam von jedem einige Ideen. Von Tag der offenen Tür über TikTok-Kanäle zu Schulprojekten. Anisha schrieb alles mit, erzählte uns aber auch, dass die Website der Komischen Oper tatsächlich schon sehr weit ist und es lohnt sich auch auf jeden Fall dort vorbei zu schauen! Nach zwei so eventvollen Tagen gibt es auch viel zu erzählen, also kam jetzt die Feedback Runde. "Ich kann mich da den anderen nur anschließen" hat dabei fast jeder gesagt, denn wir waren alle sprachlos. Die Führung hinter den Kulissen, der Tanzworkshop, das Reden mit all den Beteiligten und natürlich die Operette selbst hat bei uns einen tiefen Eindruck hinterlassen und keiner von uns wird es je vergessen!

Mich persönlich hat besonders positiv überrascht wie freundlich und begeistert die Menschen in der Oper waren. Wir waren nicht unbedingt eine kleine Gruppe, haben auch manchmal den Weg versperrt und ziemlich viele Fragen gestellt aber jeder Mitarbeiter mit dem wir gesprochen haben, war offen und glücklich seinen Beruf mit uns zu teilen und uns einen bestmöglichen Einblick in den jeweiligen Beruf zu verschaffen. Das was ich für mich persönlich aus diesem etwas anderem Wochenende mitnehme, ist der Wunsch mein Leben und vor allem meinen Beruf mit genauso viel Leidenschaft und Hingabe zu gestalten, ohne auf die Meinung anderer darüber zu achten und so meinen Weg zu gehen. Vielen, vielen Dank für die tolle Zeit auch an Martin und Lina, die uns wundervoll und mit immer guter Laune als Mentoren auf diesem Wochenende begleitet haben und wahre Social Media Talente sind :)

Auf dem Instagram-Kanal vom Studienkompass gibt es noch weitere Einblicke in den opernKompass.